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Café im Klostergarten
Eingestellt am: 10.12.2014

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23.12.17 11:00 Uhr: 4. Adventskonzert der Glocken. Gunther Strothmann.

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Kieler Carillon | Geschichte des Glockenspiels

Fünf Jahrhunderte Tradition

Glockenspiel
Glockenspiel

Der Gebrauch von Glocken in christlicher Tradition begann in den altchristlichen Mönchsgemeinden. Die frühen Klöster benutzten Glocken als Zeitzeichen und Gebetsruf. Über die iro-schottischen Missionare gelangten Glocken im 6. Jahrhundert als Zeichen der Kirche und der Verkündigung des Evangeliums nach Deutschland und fanden Verbreitung als Zeitansage sowohl für das geistliche wie für das weltliche Leben.

Mittelalterliche Handschriften oder Fresken zeigen uns auch bereits aus mehreren Glocken bestehende Glockenspiele; die Abbildungen stellen meist Glöckner oder Mönche dar, welche mit einem Hammer eine Glockenreihe anschlagen. Diese einfache Glockenspielkunst birgt schon den Grundgedanken unserer heutigen Glockenmusik.

Mit dem Einbau der mechanischen Turmuhren mit großem Räderwerk und schweren Gewichten seit dem 14./15. Jahrhundert wurde es möglich, die Zeitteilung der Uhr unter Ausnutzung der Kraft der Gewichte hörbar auf die Glocken zu übertragen.

Die Tages- und Nachtzeit wurde zur vollen Stunde, später auch zur halben oder viertel Stunde durch den Glockenschlag geteilt. Zur erhöhung der Aufmerksamkeit ließ man vom Glöckner oder über eine Walze auf drei bis vier Glocken eine kleine Melodie, Vorschlag genannt spielen, um die Zeitansage des Glockenschlags anzukündigen. Es wurden zunächst vier Töne und in der weiteren Entwicklung mehrere Oktaven gebräuchlich. Von der Vielzahl der Glocken (quadrillon) wird die heute gebräuchliche französische Bezeichnung Carillon abgeleitet.

Der wachsende Reichtum aber auch das Bürgerbewußtsein erhöhten die Zahl der Glocken in den Türmen und damit die kunstvolle Ausweitung der Melodien. Es war dabei nur ein kleiner Schritt, die schon bekannte Traktur aus dem Orgelbau auf das Glockenspiel zu übertragen. Die Spieltrommeln wurden größer und die Vorschläge so ausgeweitet, daß sogar der Achtelstundenschlag seine eigene Melodie hatte. Die Melodie des Stundenschlags konnte einige Minuten dauern. Das Glockenspiel war auf die Türme gewandert und wurde als Musikinstrument weithin hörbar in der Stadt. Sein herrlicher Glockenklang kam zu den Menschen und begleitete das Arbeitsleben und die Feste.